Nichts wie raus aus Sydney – Teil 1

Ihr habt Sydney bereits erkundet und möchtet für ein paar Tage raus aus der großen Stadt? Ich verrate euch welche Tages- oder Wochenendausflüge rund um Sydney die schönsten sind. Beginnend mit Platz 3: Canberra.

Jedem Australier, dem wir erzählt haben, dass wir nach Canberra reisen, hat uns verwirrt angesehen. Was wir gerade in Canberra wollen, haben sie gefragt. Es ist die Hauptstadt, die muss man doch mal gesehen haben, meinten wir. Doch die Irritation blieb in den Gesichtern unseres Gegenüber haften – in Canberra gibt es nichts zu sehen, waren sich die Sydneysider einig.

Sydney vs. Melbourne vs. Canberra

Wer weiß, vielleicht haben wir ja einen wunden Punkt getroffen. Immerhin besteht zwischen Sydney, Canberra und Melbourne eine kleine historische Fehde. Im 20. Jahrhundert als sich die sechs Kolonien von Australien zu einem Land zusammenschlossen, musste entschieden werden, welche Stadt die Hauptstadt werden würde. Ganz hoch im Kurs standen Sydney und Melbourne, die beiden größten Städte des Landes. Anfänglich ging der Zuschlag sogar an Melbourne, doch im Jahr 1908 wurde Canberra zur Hauptstadt ernannt. Daher werden Einwohner von Sydney oder Melbourne es nicht gerne sehen, wenn Touristen über Canberra schwärmen. Sei’s drum, wir sind dennoch nach Canberra gefahren und haben die Stadt geliebt.

Canberra: Die Highlights

Auch wenn ich selbst noch nicht in Washington DC war, kenne ich den Blick vom Lincoln Memorial zum Washington Monument und dem Capitol sehr gut aus Fernsehserien und von Fotos. Als ich in Canberra war und diese lange Flucht vom Parlament bis zum War Memorial erblickte, kam ich nicht umher eine gewisse Ähnlichkeit zwischen diesen beiden politisch so wichtigen Städten zu erkennen.

Das Parlament

Das australische Parlament könnt ihr nur im Rahmen einer Führung betreten – es gibt täglich mehrmals gratis Führungen! Auch wenn ihr nicht so sehr an Politik interessiert sein solltet, lohnt sich ein Besuch. Denn das Gebäude stellt einen interessanten architektonischen Kontrast dar. Von außen sieht das Parlament modern aus, hat eher etwas von einem technischen Museum als von einem politischen Gebäude. Doch kaum betritt man es, steht man in einer riesigen Eingangshalle aus Marmor und wandelt durch holzvertäfelte, weite Flure mit Gemälden bedeutender Persönlichkeiten an den Wänden. Das traditionelle Interior wird immer wieder durch modernen Baustil unterbrochen, zum Beispiel durch den gläsernen Gang, der die beiden Gebäudeteile miteinander verbindet und einen Blick auf den begrünten Innenhof gewährt. Auch das Dach ist begrünt und vor allem begehbar. Allein der Blick von hier oben ist ein Besuch des Parlaments wert. 

Der See & die Parks

Alle Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuß erreichbar, daher bietet sich ein Erkundungsspaziergang an. Startet am besten beim neuen Parlament und spaziert Richtung See, den “Lake Burley Griffin”. Dabei kommt ihr an dem Magna Carta Memorial, dem alten Parlament und der National Gallery vorbei. Canberra ist eine sehr grüne Stadt, überall gibt es Parks und Grünflächen.

Wenn ihr die Seepromenade erreicht habt, erwartet euch ein atemberaubender Blick auf den See und die Umgebung. Wer hier nicht kurz auf einer Picknickdecke im Grünen verweilen will, ist selbst schuld. Ihr wollt den See in vollen Zügen genießen? Wie wäre es dann mit einer Seerundfahrt

 

 

Wenn ihr eure Erkundungstour fortsetzt, haltet euch links und überquert die Brücke, den sogenannte „Tourist Drive“.  Geradeaus kommt ihr direkt in die Canberra Innenstadt, die ehrlich gesagt nicht sonderlich berauschend ist (vor allem am Wochenende ist es hier sehr ausgestorben), doch das eine oder andere Pub für ein Mittagessen lässt sich hier finden.

 

Das War Memorial

Egal ob von der Innenstadt oder direkt vom Tourist Drive, spaziert jedenfalls bis zum Australian War Memorial. Spätestens wenn ihr auf den Stufen des War Memorials steht und die breite Allee in Richtung See und neuem Parlament blickt, werdet ihr meinen Washington DC Vergleich verstehen.

Die Australier sind sehr stolz auf ihre Kriegshelden und in jeder größeren Stadt findet sich zumindest ein Kriegsdenkmal. Das Beeindruckendste hat natürlich Canberra, die Hauptstadt. Das War Memorial in Canberra ist mehr als nur ein Denkmal, es ist eine begehbare Gedenkstätte. An allen Seiten sind die Namen der Gefallenen auf Steinplatten verewigt. In die schmalen Zwischenräume der Steinplatten haben Besucher unzählige rote Blumen gesteckt, die ein traumhaftes Blumenmeer ergeben. Ein Gedenkbrunnen in dessen Mitte dauernd eine Flamme brennt, rundet das Bild ab.

Täglich um 17 Uhr spielt ein Dudelsackspieler zu ehren der Gefallenen. Eine schöne Form der Würdigung, der man auch als Tourist gerne beiwohnen darf. 

Telstra Tower

Zugegeben, der Fernsehturm selbst ist nicht sonderlich hübsch, doch der Ausblick von Black Mountain kann sich sehen lassen. Von hier liegt einem die mächtigste Stadt Australiens zu Füßen. Achtung: vom Parkplatz des Turms könnt ihr nichts sehen, da viele Bäume und Sträucher den Blick versperren. Wenn ihr euch also entscheidet hier hochzufahren, müsst ihr euch vorher über die aktuellen Öffnungszeiten erkundigen und für den Blick auf die Stadt Eintrittsgeld bezahlen.

Ein Tag oder zwei?

Das kommt ganz darauf an, was ihr in Canberra alles tun wollt. Rechnet auf jeden Fall ein, dass ihr von Sydney nach Canberra ca. 3 Stunden in eine Richtung braucht. Wenn euch An- und Abreise an einem Tag zu stressig sind, sollte ihr euch besser 2 Tage Zeit nehmen.

Achtung: Kängurus

Bei der Fahrt nach Canberra müsst ihr euch leider darauf gefasst machen, dass ihr am Straßenrand immer wieder tote Kängurus vorfindet 🙁 Leider sind die Tiere, wie Wildtiere bei uns, eine Gefahr für Autofahrer, also Vorsicht!

 

 

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